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Datum: 28.06.2019

„Kick“ des Feuers und Erwischtwerdens

18-Jähriger muss sich wegen achtfacher Sachbeschädigung und einer Gefährdung verantworten

Strausberg (sd). Eher kurzfristig wurde Freitagvormittag zu einem Pressegespräch in den Hauptsitz der Polizeiinspektion Märkisch-Oderland eingeladen. So konnte auch eine Serie von Bränden in der Vorstadt aufgeklärt werden.

Gleich mehrere Brände hielten im Strausberger Stadtgebiet in jüngster Zeit in Atem. „Im vergangenen Jahr hatten wir im gleichen Zeitraum bis zum heutigen Datum 84 Sachbeschädigungen im ganzen Landkreis und 15 in Strausberg. Dieses Jahr sind es in Märkisch-Oderland bereits 107 und in Strausberg 44“, fasst der Leiter der Polizeiinspektion, Sven Brandau zusammen. Neben sogenannten Ödlandbränden im Bereich Kaufland und Flugplatz, die recht schnell unterbunden werden konnten, gab es vor allem zwei Schwerpunkte. Einerseits eine Serie von acht Papiertonnenbränden und zwei Waldbänden im Bereich des Wohngebietes am Försterweg sowie am vorangegangenen Samstagabend den großen Brand im Handelscentrum. Zur Aufklärung der Vorfälle wurden die Ermittlungsgruppen „Tonne“ und „Phoenix“ ins Leben gerufen, deren Ergebnisse im Pressegespräch vorgestellt wurden.

„Wir wussten, dass schnelle Aufklärung nötig ist und leiteten alles Notwenige in die Wege. Dabei wurden die Mitarbeiter der Einsatzgruppen tatkräftig von den Kollegen im Wach- und Wechseldienst, die regelmäßig vor Ort bei den Menschen sind, und der Polizeidirektion Ost unterstützt“, eröffnet die Leiterin der Kriminalpolizei, Kriminalhauptkommissarin Sabine Schröter. Acht Mal wurden papiertonnen im Bereich Försterweg in Strausberg Vorstadt in Brand gesetzt. Zu den Vorfällen zwischen dem 8. Und 23. Juni kommen noch zwei Brände im nahen Waldgebiet. Da eine der Papiertonnen unter einem Balkon brannte, was zur Beschädigung von Scheiben und der Evakuierung des Wohnhauses führte, wurde der Tatbestand der Sachbeschädigung noch überschritten. Der Vorfall ereignete sich am 13. Juni kurz vor Mitternacht.  

Neben der Haupttatzeit zwischen 23 und 1 Uhr kamen die Beamten durch Befragungen schnell auf einen engeren Kreis Tatverdächtiger. „Wir haben die Vorfälle genau analysiert und die Observation verstärkt, das heißt, wir waren in dem betreffenden Gebiet verstärkt mit zivilen und Streifenpolizisten vertreten“, wie Steffen Wolff, Leiter der Einsatzgruppe „Tonne“ erläutert. An drei Orten war demnach ein Tatverdächtiger anwesend und konnte schließlich bei einem Brand im Waldgebiet nahe des Südcenters im unmittelbaren Umfeld aufgegriffen werden.

„Die Kollegen haben ihn daraufhin vorläufig festgenommen. In der Vernehmung gestand er schließlich die acht Mülltonnenbrände gelegt zu haben“, so Kriminalhauptkommissar Steffen Wolff. Der 18-jährige Deutsche, der aus dem Wohngebiet stammt, gab an, die Brände aus zweierlei Gründen gelegt zu haben. Einmal sei das „der Kick“ gewesen, wenn die Tonnen anfangen zu brennen. Zum anderen gab er an, den Nervenkitzel des möglichen Erwischtwerdens genossen zu haben.

Zunächst sei kein Zusammenhang zwischen den brennenden Tonnen und den Waldbränden erkennbar, sodass ein möglicher weiterer Täter nicht ausgeschlossen werden kann, gibt Wolff zu bedenken. Der zweite Waldbrand fand am 16. Juni statt. Der Täter muss sich nun nicht nur wegen Sachbeschädigung, sondern – was viel schwerer wiegt – wegen schwerer Sachbeschädigung mit Gefährdung verantworten. Doch das weitere Vorgehen liege in den Händen der Justiz und Anwaltschaft. Der Tatbestand der Gefährdung werde gewöhnlich nicht unter einem Jahr Freiheitsstrafe geahndet.  Der Täter gab noch zu Protokoll, dass er mit seinen Handlungen „niemandem schaden wollte“.

Alle Mitarbeiter des Wach- und Wechseldienstes seien informiert gewesen und hätten die Augen entsprechend aufgehalten, ergänzt Sven Brandau zur Zusammenarbeit der Einsatzkräfte. Doch letztlich waren es besonders die Hinweise und Angaben der Anwohner, die halfen, das Feld der Verdächtigen einzuschränken.

BU: Kreiminalhauptkommissarin und Leiterin der EG "Phoenix", Nadine Duda, der leiter der Polizeiinspektion MOL, Sven Brandau, die Leiterin der Kriminalpolizei, Kriminalhauptkommissarin Sabine Schröter sowie der Leiter der EG "Tonne", Kriminalhauptkommissar Steffen Wolff standen zum Pressegespräch zur Verfügung (von links nach rechts).      Foto: BAB/sd

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