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Datum: 05.08.2019
Rubrik: Kunst & Kultur

Wiedereingliederung (wie) im Märchen

„Es war zweimal – viel zu viele Haselnüssse“ feierte Premiere – Märchenfiguren auf etwas anderer Bühne

Rüdersdorf (sd). Fanden sonst die Premieren des alljährlichen Pelle Musical Camps im Kulturhaus statt, ging es am Sonntag in die Aula der Grund- und Oberschule (GOS) Rüdersdorf. Schon der Titel des diesjährigen Pelle-Musicals „Es war zweimal – viel zu viele Haselnüsse“ ließ Märchenhaftes im besonderen Gewand erahnen.

Gut gegen Böse ist ein Thema, das sich durch praktisch alle Märchen zieht und in der Regel gewinnt das Gute, während die Bösen verbannt werden. Doch anlässlich ihrer bevorstehenden Hochzeit haben Prinz Archie und die gute Fee eine ungewöhnliche Idee: Die in Verbannung lebenden bösen Märchengestalten sollen zurückgeholt werden und wieder Teil des Märchenlandes werden. Wiedereingliederung oder auch Resozialisierung hallt es von der Bühne. Eine Idee, die nicht überall auf Zustimmung stößt. Doch gegen alle Zweifel wird der Versuch gewagt.

Natürlich haben die dunklen Gestalten einen eigenen Plan, sich zu rächen. Dazu entwickelt sich eine unverhoffte Romanze. Gepaart mit ganz viel Musik und Tanz entwickelt sich schnell ein gar nicht alltägliches Märchen mit zahlreichen klassischen aber auch modernen Figuren. Natürlich spielen auch die Haselnüsse eine entscheidende Rolle im Plan der Märchenantagonisten. Wer das Stück selbst erleben will, hat dazu bis Dezember noch vier Mal die Gelegenheit. Alle Termine gibt es auf der Facebookseite der Pelle Musical Company und direkt bei Jan Jach vom Organisationsteam unter 0173/6 49 24 25.

Dass die Aufführung indes nicht im Kulturhaus stattfindet, wie sonst, ist auf Differenzen mit der Museums- und Kultur GmbH zurück zu führen. Jan Jach verweist auf einen Beschluss der Gemeindevertreter, wonach Kulturschaffende kostenfrei ins Kulturhaus können, dennoch fordert die GmbH eine nicht unerhebliche Miete. „Das können wir uns einfach nicht leisten“, erklärt auch Stephan Wapenhans, der das Pelle-Camp ins Leben gerufen hat und begleitet. Auch die Technik bedienten Wapenhans und seine Mitstreiter diesmal selbst.

Daher wurden auch die Proben und das Training in den letzten beiden Ferienwochen vom Museumspark und Kulturhaus auf das Gelände des Ferienland e. V. nach Grünheide verlegt. Direkt am Peetzsee gelegen, wurde in der ersten Woche gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen des kostenfreien Formats „Pelle Open“ geprobt und geübt, bevor in der zweiten Woche die Teilnehmer des Pelle-Musicalcamps an den letzten Details arbeiteten und das finale Musical entwickelten.

Dabei wurden sie ständig von erfahrenen Gesangslehrern, Choreografen, Regisseuren und Schauspielern begleitet und angeleitet. Eine Premiere war es für Jana Franzke, die zwar das Musicalcamp schon von Anfang begleitet, jedoch das erste Mal auch das Buch geschrieben hat. Bei den rund 200 Gästen in der Aula der GOS kam das Stück sichtlich sehr gut an.

BU: Ein (Kinder-) handgemachtes Musical feierte Premiere: Mit viel Gesang, Tanz und Schauspiel, Livemusikbegleitung, selbstgemachten Kostümen und Bühnenbild sowie einer spannenden Geschichte waren die Zugaberufe am Ende vorprogrammiert und wurden auch erfüllt.      Foto: BAB/sd

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