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Datum: 07.08.2019

Selbstgemachtes Chaos vor Schulen

Präventionsaktion zur Schulwegsicherung mit Schülern – Elterntaxis bergen Gefahrenpotential

Strausberg (sd). Mit dem neuen Schuljahr ist wieder erhöhte Aufmerksamkeit vor allem vor Schulen und anderen Kindereinrichtungen gefragt. Mit einer gemeinsamen Präventionsaktion machten Vertreter der Polizeiinspektion Märkisch-Oderland, der Unfallkasse Berlin-Brandenburg und Kinder der Hegermühlengrundschule auf die Schwerpunkte aufmerksam.

Schon am frühen Morgen herrscht reger Betrieb vor den Schulen: Autos fahren heran, Kinder werden verabschiedet, eilen auf das Schulgelände und die Eltern fahren schnell weiter – fast wie am Fließband scheint das von außen. Doch was von Weitem betrachtet noch beinahe geregelt erscheint, wird schnell zum Chaos und damit zur Gefahr für alle Beteiligten. „Es ist ein großes Durcheinander. Da wundert es, dass nicht viel öfter etwas passiert“, berichtet Polizeihauptkommissarin Manuela Wieder, die das Szenario selbst miterlebte.

Vor allem die sogenannten Elterntaxis bilden dabei ein große Gefahrenquelle. Zwar verfügen einige Schulen eigens über Haltebuchten, doch da zahlreiche Eltern ihre Kinder scheinbar „direkt in den Klassenraum bringen“ wollen, sammeln sich in kürzester Zeit viele Autos auf kleinem Raum. Das verschlechtert die Übersichtlichkeit und im morgendlichen Stress steigt so schnell das Unfallrisiko. Kinder, die zwischen den Autos umherlaufen, Eltern, die schnell weiter zur Arbeit wollen – eine gefährliche Situation. Ein selbstgemachtes Chaos vor den Schulen, das im Grunde einfach entschärft werden kann.

Es würde bereits sehr helfen, die Kinder einige Meter vor der Schule abzusetzen, sodass sie den restlichen Weg selber laufen. Das mindere nicht nur die Unübersichtlichkeit, sondern fördere auch die Selbstständigkeit der Jungen und Mädchen.  Nur eine Maßnahmen, auf die auch durch die Schulen immer mehr hingewiesen wird.

Doch bei der gemeinsamen Präventionsaktion ging es um eine weitere Quelle vermehrter Unfälle: Überhöhte Geschwindigkeit. Praktisch vor allen Kinder- und Senioreneinrichtungen gilt – zumindest von Montag bis Freitag in einer bestimmten Zeit – Tempo 30. Das sei vor allem nötig, um genug Reaktionsspielraum für Autofahrer und Kinder zu schaffen.

Zusätzlich spiele noch hinein, dass besonders die Jüngsten Entfernungen und Geschwindigkeiten nicht richtig einschätzen können und teils auch ihre Wahrnehmung des Straßenverkehrs noch in der Entwicklung ist. „Es sind immer beide Seiten zur Aufmerksamkeit und Vorsicht aufgerufen“, weiß Manuela Wieder.

Während Mario Ploß und Dr. Nikolaus Wrage von der Unfallkasse Berlin-Brandenburg (UK BB) ein Display aufstellten, das die aktuelle Geschwindigkeit anzeigt, bezogen Manuela Wieder sowie die beiden Revierpolizisten René Gudat und Falk Littig ein Stück weiter Position. Während einer per Lasermessgerät die Geschwindigkeit einzelner Fahrzeuge maß, holte der Kollege einzelne Fahrzeuge aus dem Verkehr.

Solche Aktionen begleiten Mario Ploß und seine Kollegen regelmäßig zum Schuljahresanfang im Bereich Frankfurt (Oder), Oder-Spree und Märkisch-Oderland. Große Plakate an den Schulen, auf denen auch die vielen Partner im großen Netzwerk zu finden sind, werben  für mehr Aufmerksamkeit.

Als Unfallträger der öffentlichen Hand erfahren die Mitarbeiter der UK BB praktisch hautnah von den Unfällen vor Schulen. „Es ist oft erschreckend“, ergänzt Geschäftsführer Dr. Nikolaus Wrage. „Prävention ist eines der besten und bewährtesten Mittel, auf die wir zurückgreifen können“, so Mario Ploß währenddessen er eine Kiste mit roten, gelben und grünen Parkscheiben mit Eiskratzer ausräumt. Nach dem Ampelprinzip zieren sie die Hinweise „Danke“, „Achtung“ und „Voll daneben“. Angehaltene Autofahrer haben sie neben anderen Unterlagen von den Schülerinnen und Schülern bekommen.

Am Morgen winkten die Polizisten immer wieder Autos per Verkehrskelle heraus – doch zum Glück waren sie in den meisten Fällen gar nicht zu schnell. Nach dem ersten Schreck waren die meisten angehaltenen Autofahrer von der Aktion begeistert. Doch zumindest während der Aktion konnten mehr grüne und wenige gelbe Parkscheiben verteilt werden. Bleibe zu hoffen, dass es auch weiterhin so laufe, waren sich die Aktiven einig.

BU: „Voll daneben“, „Vorsicht“ und „Danke“ steht auf den Parkscheiben nach dem Ampelprinzip, die Dr. Nikolaus und Manuela Wieder hochhalten. Je nachdem, wie sich Autofahrer verhalten haben, bekamen sie auch eine der Scheiben, die mit den Drittklässlern (Hintergrund) übergeben wurden.      Foto: BAB/sd

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