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Datum: 28.10.2019
Rubrik: Gesellschaft

Fontane besuchte Strausberg

Digitalisierte Notizbücher bergen Beweis für Aufenthalt

Strausberg (sd). Nicht nur anlässlich des Fontanejahres ist ein schierer Wettkampf unter Städten und Gemeinden entbrannt, ob Theodor Fontane auf seinen Wanderungen dort gewesen ist. Während viele Orte beschrieben sind, wo der berühmte Brandenburger nie persönlich war, hat sich nun gezeigt, dass er sogar Strausberg besucht und dies in seinem Notizbuch beschrieben, nicht aber veröffentlicht hat.

Mutmaßungen, bessere Gerüchte, Theodor Fontane habe auch Strausberg besucht, gibt es bereits einige, doch klare Beweise fehlten. Robert Rauh, der kürzlich zu seiner zweiten Lesung nach Strausberg kam, hatte eine besondere Überraschung für Stadtmuseums-Chefin Christa Wunderlich im Gepäck: Einen Ausdruck des digitalisierten Notizbuchs Fontanes, der eindeutige zeigt, dass der Journalist in Strausberg gewesen ist. Sowohl ein Schreiben an seinen Verleger, datiert vom 29. September 1863 als auch Skizzen und Vermerke belegen den Besuch. „Mache mich in wenigen Stunden auf nach Strausberg“, teilte Fontane seinem Verleger mit.

Seine Skizzen und stichpunktartigen Vermerke lassen hingegen den Schluss zu, dass er sowohl die Stadt am See als auch die Marien-Kirche besucht hat. An Erzählungen, wonach Theodor Fontane in der alten Herberge, wo sich heute das Whisky-Haus in der Altstadt befindet, übernachtet habe, erinnert Wunderlich. Aufgrund der Skizzen will sie mit den Verantwortlichen der städtischen Kirche Kontakt aufnehmen und auf weitere Spurensuche gehen.

Warum der Besuch keinen Eingang in die veröffentlichten Werke Fontanes fand, ist bislang unbekannt. „Während manche Orte behaupten, Fontane sei dort gewesen, obwohl das nie der Fall war und er selbst sogar Orte beschreibt, die er nie persönlich besucht hat, ist es bei Strausberg genau andersherum. Obwohl es öffentlich nie beschrieben wurde, zeigen die Notizbucheinträge eindeutig, dass er hier war“, so Robert Rauh. Das sei schon eine „kleine Entdeckung“ unterstreicht der Schriftsteller.

Erst wenige Wochen vor der Lesung war Rauh auf der Webseite des Projekts unter Leitung von Dr. Gabriele Radecke von der Georg-August-Universität Göttingen über die Eintragungen gestolpert. Anliegen des geförderten Projekts unter Führung der wissenschaftlichen Mitarbeiterin und Leiterin der Theodor-Fontane-Arbeitsstelle ist es, die gesammelten Notizbücher zu digitalisieren und zu transkribieren, um sie so der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. 67 Notizbücher Fontanes sind unter https://fontane-nb.dariah.eu digitalisiert und einsehbar. Jedoch sei Fontanes Handschrift nicht so einfach zu transkribieren, also allgemein lesbar darzustellen. Womöglich werden also noch andere Erkenntnisse gewonnen werden können und zu neuen Ansichten führen.

Mit dem Ausdruck der Notizen, die belegen, dass Fontane Strausberg besucht hat, dankt Robert Rauh Christa Wunderlich und löst zugleich ein Versprechen ein, dass er herausfinde, ob der berühmte Brandenburger die Stadt am See tatsächlich besucht hat. Foto: BAB/sd

 

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