Regionalwetter

 

Nachrichten

Datum: 18.11.2019
Rubrik: Gesellschaft

Diakonie Hospiz Woltersdorf eröffnet

Erste Gäste sind bereits eingezogen

Woltersdorf (e.b./jör/sd). Nach zwölf Monaten Bauzeit ist das Diakonie Hospiz Woltersdorf am 8. November als erstes Hospiz der Landkreise Märkisch-Oderland und Oder-Spree mit 14 Plätzen in der Schleusenstraße 46 eröffnet worden. Bereits am 11. November sind die ersten Gäste für die letzte Phase ihres Lebens eingezogen.

Das Diakonie Hospiz Woltersdorf hat nach der feierlichen Eröffnung seine ersten Gäste aufgenommen. Bis Ende des Monats werden nach und nach die 14 Plätze in den lichten Räumen in der Schleusenstraße 46 belegt. Doch bis dahin waren viele Jahre Vorbereitung nötig, ehe das Haus mit Blick auf den Kalksee seiner Bestimmung übergeben werden konnte, erklärte Geschäftsführerin Angelika Behm bei der Eröffnungsfeier. „Schwerkranke und sterbende Menschen werden hier zu Gast sein und sollen eine Herberge vorfinden, die ihnen Geborgenheit, fachliche palliative Begleitung sowie psychosoziale und spirituelle Begleitung anbietet. Es möge ein Haus des Lebens werden: Da haben Lachen und Weinen, Trauer und Freude, Feiern und Stille nebeneinander Platz. Ich bin sehr dankbar für das Gebäude und für das hochmotivierte und engagierte Team.“

Behm freue sich gerade angesichts des Pflegenotstands, dass es gelungen sei, Pflegekräfte aus der Umgebung zu gewinnen, die zum Teil bereits palliative und Hospizerfahrung mitbrächten. Das Hospiz startet mit elf Pflegefachkräften, einer Pflegedienstleitung, einer Sozialdienstmitarbeiterin und einer Verwaltungskraft, die auch die Kooperation mit den ambulanten Hospizdiensten in Fürstenwalde und Strausberg koordiniert. Im Dezember kommen acht weitere Pflegefachkräfte hinzu.

„Das gesamte Team brennt für die Hospizarbeit. Alle Gäste und Besucher werden schon an der Eingangstür spüren dürfen, dass Menschlichkeit und Nächstenliebe hier großgeschrieben werden. Unsere Gäste können sich am Lebensende zu Hause fühlen und in kompetente Hände begeben“, sagte Pflegedienstleiterin Stefanie Micklitza.

Evelin Funke vom Hospizverein „Polarstern“, dessen Mitglieder sich seit 2011 für die Gründung eines Hospizes in der Region einsetzten und Spenden sammelten, ergänzt: „Wir sind unglaublich stolz, dass das Hospiz jetzt Wirklichkeit geworden ist. Um unsere Arbeit gut fortzusetzen, suchen wir ehrenamtliche Unterstützung und Mitglieder.“ Das Diakonie Hospiz Woltersdorf ist das erste Hospiz der Landkreise Oder-Spree und Märkisch-Oderland und konnte mit einem Jahr Bauzeit und 3,189 Millionen Euro Baukosten planmäßig fertiggestellt werden. Gesellschafter sind das Diakonie Hospiz Wannsee, das Evangelische Krankenhaus „Gottesfriede“ in Woltersdorf und das Krankenhaus Märkisch-Oderland in Strausberg.

Margitta Decker, Bürgermeisterin von Woltersdorf, betonte, dass das Hospiz in der Gemeinde und der Region eine wichtige Leerstelle fülle. Oft hätten sterbende Menschen niemanden im persönlichen Umfeld, der sie versorge, oder die pflegenden Angehörigen seien „hoffnungslos überfordert“. Dabei solle die Zeit des Sterbens neben guter Pflege „auch durch Würde, Achtung, Aufmerksamkeit und Lebensqualität soweit wie möglich geprägt sein“, so Decker weiter und schlißet: „Deshalb bin ich als Bürgermeisterin für dieses neue Hospiz so sehr dankbar.“ Sie hoffe, dass es dazu anrege, „mehr und schon früher über so etwas Normales wie den Tod miteinander offen zu reden.“

Udo Schmidt, bis 30. September 2019 Geschäftsführer des Diakonie Hospiz Woltersdorf und der Immanuel Albertinen Diakonie greift den Gedanken auf: „Was in dieser wichtigen Zeit, die immer etwas mit Abschiednehmen zu tun hat, an guten Optionen erlebbar ist, wollen wir den Menschen anbieten. Wir haben alles dafür getan, dass die sachlichen Voraussetzungen, aber auch die menschlichen und fachlichen Bedingungen so gut wie möglich sind.“

Das Hospiz, das einen Teil seiner Arbeit über Spenden finanzieren muss, wurde zur Eröffnung indes reich beschenkt. Der Hospizverein „Polarstern“ übergab 10.000 Euro, die Ehrenamtlichen des Seniorenzentrums Bethel in Köpenick überreichten 2.000 Euro, der Lions Club Königs Wusterhausen spendete 12.000 Euro und die Stiftung „Zuversicht schenken“ 13.000 Euro.

Im Anschluss an die Eröffnungsfeier nutzten viele Nachbarn und Interessierte den Tag der offenen Tür, um das Hospiz kennenzulernen. Viele folgten der Idee eines Nachbarn und spendeten Pflanzen für den Garten.

Das Diakonie Hospiz Woltersdorf ist eröffnet: Pflegekräfte durchschneiden das Band. Foto: Immanuel Albertinen Diakonie

Weitere Meldungen aus dieser Rubrik

Nach 50 Jahren wieder Unterricht

Strausberg (sd). Reges Gewusel herrschte an einem Samstag vor der heutigen Anne-Frank-Oberschule, als sich... [zum Beitrag]

Über den Einbruchschutz hinaus

Hoppegarten (sd). Beim Tag der Sicherheit im Hoppegartener Gemeindesaal wurde ebenso deutlich, dass... [zum Beitrag]

Akademie erfüllt internationale Norm

Strausberg (sd). Mit der Zertifizierung nach DIN ISO 29990 ist die Akademie im Zentrum Informationsarbeit... [zum Beitrag]

Straffer Zeitplan für Umbauarbeiten

Strausberg (beu.). „Für Ende November haben wir die Neuer-öffnung geplant, und das ist für alle am... [zum Beitrag]

Grund zum Jubeln bei den...

Hennickendorf (sd). Neben einer aktuell spielerisch gut laufenden Saison hatten die D-Junioren des... [zum Beitrag]

Austausch und Kennenlernen unter...

Petershagen/Eggersdorf (sd). Nicht nur vom Namen her hat sich der frühere Sportlerball zum Ball der... [zum Beitrag]

Laternen führen zum Lagerfeuer

Herzfelde (sd). Schon seit vielen Jahren machen sich Kinder und Eltern am ersten Novemberfreitag mit... [zum Beitrag]

Bruchtest der anderen Art

Lichtenow (sd). Meister im Judo, Karate, Jiu Jitsu oder Aikido zu sein, ist eine Sache, doch Marcel... [zum Beitrag]

Drachen erobern Flugplatz

Strausberg (sd). Der Einladung zum ersten Drachenfliegerfest am Flugplatz am letzten Samstag folgten... [zum Beitrag]