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Datum: 25.11.2019
Rubrik: Gesellschaft

Ein musikalisches Fontane-Bild

Gala „Fontane reloaded“ zu Ehren des Dichters

Neuenhagen (sd). Wohl jeder berühmte Dichter wurde bereits in irgendeiner Form musikalisch interpretiert und vertont – nur Theodor Fontane kaum, wie Kinder und Jugendliche der Kreismusikschule feststellten. Mit dem Abschlusskonzert zu „Fontane reloaded“ stellten Solisten und Ensemble der Kreismusikschule Märkisch-Oderland mit der Jungen Philharmonie Berlin ein großes band-sinfonisches Werk auf die Bühne im Bürgerhaus.

Zu Ehren des 200. Geburtstags des berühmten Brandenburgers setzten sich auch die Nachwuchsmusiker der Kreismusikschule mit Theodor Fontane auseinander. „Unsere Schüler wunderten sich, dass es über praktisch jeden Dichter Stücke gibt, nur über Fontane nicht“, erklärt Musikschulleiter Dr. Alexender Saier. Im gesamten Landkreis von Bad Freienwalde bis Rüdersdorf nahmen sich Musikschüler und Lehrer des Themas an, setzten sich mit Fontane und seinen Werken auseinander, um letztlich gemeinsam das „größte band-sinfonische Werk zu schaffen“, wie Saier weiter ausführt. Musikschulband „SixxFold“, die „Junge Philharmonie Berlin“, die Neuenhagener „Jugend dirigiert“-Klasse und Solisten, die sogar kürzlich als „Berlins schönste Stimme“ ausgezeichnet wurden, wirkten zusammen. Die insgesamt 60 Musiker füllten die Bühne im Bürgerhaus voll aus.Vor allem den Kollegen dankt Saier für die reibungslose und unkomplizierte Zusammenarbeit. Vor allem mit Blick auf das Projekt „Jugend dirigiert“, bei dem Kinder Profimusikern den Takt vorgeben, lobt Klaus-Peter Will von der Musikschule die besonderen Kooperationen. „Die Junge Philharmonie ist auf die Zusammenarbeit mit den Schülern spezialisiert. Dass ganze Orchester nach den Vorgaben von Kindern spielen, funktioniert hier aufgrund der Flexibilität der Musiker sehr gut“, erklärt Will und ergänzt, es sei „nur zeitgemäß, dass Kinder den Takt angeben“. Vor allem für die Entwicklung der jungen Persönlichkeiten und ihr Selbstbewusstsein ein wichtiges Projekt.

Zur Eröffnung übernahm Alexander Saier den Taktstock und wurde von Solistinnen unterstützt. Bei Max Bruchs „Kol Nidrei“ von Hannah Caroline Rau am Violoncello und bei Camille Saint-Saens „Havanaise“ von Sophia Rau an der Violine. In seiner anschließenden kurzen Begrüßung ging Saier noch einmal auf die Hintergründe des Projekts ein, das mit der Gala seinen Abschluss fand, und dankte insbesondere der Sparkasse Märkisch-Oderland für die Unterstützung.

Mit der Instrumenten- und Dirigierklasse der Kreismusikschule an der Neuenhagener Goethe-Grundschule unter Leitung von Kristin Sy und Ute Lehmann, übernahmen die Jüngsten den Takt. Paul Scharnke und Anna Hartmann sowie Estelle Flemming, Jonas Frehse, Hanna Herschel, Florentine Bachmann, Lilli Lippert und Syvale Fröhlich demonstrierten eindrucksvoll, wie ein ganzes Musiker-Ensemble nach „ihrem Takt tanzt“. Die Auszüge aus Felix Mendelssohn Bartholdys „Ein Sommernachtstraum“ und Edvard Griegs „Peer Gynt“ wählten die Schülerinnen und Schüler nicht unbedacht: Ihrer gemeinsamen Auffassung nach spiegeln die Stücke die hohe Emotionalität und Verträumtheit wider, die Fontanes Werken und Schriften inne wohnt. „Die Eindrücke, die Fontanes Werke in den Schülern weckten, fanden sie auch in den beiden Musikstücken wieder, weshalb sie sich entschieden, sie als Teil der Gala einzubauen“, ergänzt Alexander Saier.

Krönender Abschluss war schließlich die Vertonung von Theodor Fontane „Mein Herz glaubt’s ist nicht erkaltet“. Die beiden Solistinnen Vicki Zlobinski und Juliane Jenzewski sind nicht nur beide Musikschulabsolventinnen, sondern wurden erst im Oktober „Berlins schönste Stimme 2019“. Unter Andreas Kruppke ist das Mammut-Projket entstanden, bei dem neben den Solistinnnen die Musikschul-Band „SixxFold“ und das Orchester der Jungen Philharmonie Berlin unter Leitung von Dr. Alexander Saier zusammenspielen und damit das größte band-sinfonische Gesamtensemble bildeten - zu Ehren eines der berühmtesten Brandenburger.

Ein klangvoller Sonntagnachmittag und gleichzeitig ein musikalisches Geburtstagsgeschenk an einen der größten Dichter und Schriftsteller, das mit tosendem Applaus und sogar stehenden Ovationen im gut gefüllten Saal beschlossen wurde.

Zur Eröffnung spielte Solistin Hannah Caroline Rau am Violoncello gemeinsam mit den Jungen Philharmonikern Berlin unter Leitung von Dr. Alexander Saier. Foto: BAB/sd

 

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